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Strauss-Kahn unter Dauerbeobachtung

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Strauss-Kahn unter Dauerbeobachtung

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Wegen Selbstmordgefahr wird der in New York inhaftierte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in seiner Einzelzelle rund um die Uhr überwacht. Nachdem eine Richterin am Montag die Freilassung auf Kaution abgelehnt hatte, sitzt er auf der Gefängnisinsel Rikers Island ein – in einem Trakt fern von den anderen Häftlingen, in dem normalerweise hoch ansteckende Insassen wie Tuberkulose-Kranke untergebracht werden.

Er habe keinen Selbstmordversuch unternommen, aber durch sein Verhalten bei den Ärzten Verdacht erregt, erklärt Norman Seabrook, Präsident der New Yorker Gefängniswärtervereinigung und Wachmann von Rikers Island: “Deshalb wird er 24 Stunden täglich überwacht, entweder per Kamera und durch einen Wachmann, oder nur durch einen Wachmann. Der Tagesraum, zu dem er Zugang hat, in dem er fernsehen kann, und zwar alles, was gesendet wird, liegt gleich neben seiner Zelle. Das dient auch dazu, dass er nicht weite Wege zurücklegen muss, auf denen er sich etwas antun kann. Er erhält keine Spezialbehandlung, drei Mahlzeiten pro Tag, er hat immer mit je einer Person Kontakt. Er steht unter Beobachtung für Suizidgefährdete.”

Am Freitag muss Strauss-Kahn wieder vor Gericht, vor einer Grand Jury, auftreten. Experten rechnen damit, dass es gut ein halbes Jahr dauern könnte, bis es zum Prozess kommt.

“Sexualverbrechen sind generell sehr schwierige Fälle”, erklärt der darauf spezialisierte Anwalt Matthew Galluzzo. “Man braucht eine besondere Ausbildung, um Strafverfolger für diese Delikte zu werden, denn die Fälle bergen ganz eigene Herausforderungen. Zum Beispiel, dass grundsätzlich viel von der Glaubwürdigkeit des Klägers abhängt – am Ende läuft es in diesen Fällen fast immer darauf hinaus. Und es treten meistens nur wenige Zeugen auf.”

Möglicherweise entscheidet die Grand Jury am Freitag über eine Anklage. Etliche Juristen erwarten, dass die Verteidiger erneut Freilassung auf Kaution beantragen und diese auch durchsetzen können. Strauss-Kahn werden mehrere Straftaten vorgeworfen, darunter sexuelle Belästigigung, versuchte Vergewaltigung und Freiheitsberaubung. Für die schlimmsten Vergehen drohen im 25 Jahre Haft.