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DSK - der Reformer an der Spitze des IWF

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DSK - der Reformer an der Spitze des IWF

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November 2007. Personalwechsel an der IWF-Spitze.

Der Spanier Rodrigo Rato, politisch konservativ, übergibt an den Franzosen Dominique Strauss-Kahn, politisch links. Der sagt in seiner ersten Pressekonferenz, die 1944 gegründete Spezialorganisation der Vereinten Nationen zur Förderung von internationaler Währungspolitik und Welthandel brauche Sachkenntnis und Legitimität.

Sachkenntnis heisse, versiert auf die Globalisierung zu reagieren, auf die neue Art von Finanzkrise, deren Beginn man gerade in den USA erlebe mit den Debatten um geplatzte Immobilienkredite.

Es könnten auch noch andere Krisen kommen.

Mit dieser Voraussicht sollte Strauss-Kahn Recht behalten. Aus seinem Büro nur wenige Schritte von Weißen Haus entfernt führte er den Internationalen Währungsfond zu einer bemerkenswerten Modernisierung. Da wurde nicht nur Gold aus dem Depot verkauft und die Personalstruktur verändert.

Vor allem wurden Anteile und Stimmrechte der 187 Mitgliedsländer neu gewichtet – zugunsten der Schwellenländer.

Im IWF gilt das Prinzip: Die Stimmrechte richten sich nach den Anteilen. Da führen die USA mit über 17 Prozent. Entwicklungs- und Schwellenländer kommen zusammen auf gut 42 Prozent.

China, das eben Deutschland als drittgrößten Anteilseigner abgelöst hat, präsentiert sich als Führungsmacht der Schwellenländer.

Zur Reform unter Strauss-Kahn gehört, das Europa von seinen bisher 9 Sitzen im 24-köpfigen Verwaltungsrat zwei abgab.

In der aktuellen Schulden-Krise aber brauchen weit mehr EU-Länder als bisher Kredite vom IWF.

Insgesamt 100 Milliarden euro Kredit gibt der IWF an die drei Euro-Problemländer Griechenland, Irland und Portugal sowie an Ungarn, Lettland, Rumänien und Polen.

Unter Strauss-Kahn wurden auch die Bedingungen verändert. Der IWF verbindet seine Kreditvergabe immer mit strengen Sparauflagen. Dieser IWF-Chef lenkte den Blick erstmals auch auf die Folgen für die Bevölkerung, auf die Frage, was können die Bürger verkraften? Da ging es um Details wie Zinsen, die der IWF auch erlassen kann.

Dominique Strauss-Kahn hatte noch mehr vor.

Er wollte als Folge der Bankenkrise die Aufsicht verstärken, private Schuldner stärker in die Pflicht nehmen. Das hat er nicht geschafft.