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Rücktritt: Doch Strauss-Kahn will seine Unschuld beweisen

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Rücktritt: Doch Strauss-Kahn will seine Unschuld beweisen

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In Konsequenz aus der Sex-Affäre ist IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn zurückgetreten. Doch die Vorwürfe weist er weiterhin zurück.

Seine schriftliche Erklärung an den Internationalen Währungsfonds vom 18.5. ist seine erste öffentliche Stellungnahme seit Bekanntwerden des Falls. “Mit unendlicher Traurigkeit fühle ich mich heute gezwungen, dem Direktorium meinen Rücktritt vom Posten des geschäftsführenden Direktors mitzuteilen”, schreibt er darin. Und weiter: “Ich möchte allen sagen, dass ich mit der größtmöglichen Standhaftigkeit all die Anschuldigungen abstreite, die gegen mich angeführt worden sind.”

Er wolle jetzt all seine Energie dafür aufwenden, seine Unschuld zu beweisen.

Strauss-Kahns Anwälte wollen an diesem Donnerstag vor Gericht zum zweiten Mal die Freilassung gegen eine Kaution von einer Millionen Dollar beantragen. Sie bieten an, dass Strauss-Kahn statt wie bisher im Gefängnis auf Rikers Island unter Hausarrest in New York bleibt und elektronisch überwacht werden kann.

Strauss-Kahn sei in guter Stimmung gewesen, ernst, aber gut, erklärte sein Anwalt. Er sei ein starker Mann und sicher, die Sache durchzustehen. Seine Frau habe er schon gesprochen, aber nicht gesehen.

Die Rücktrittsforderungen an Strauss-Kahn waren in den vergangenen Tagen immer lauter geworden. Am deutlichsten hatte der Finanzminister der USA, des größten Geldgebers beim Fonds, die Ablösung Strauss-Kahns verlangt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird weiter John Lipsky, die Nr.2 des IWF, die Geschäfte des Fonds führen.

Das mutmaßliche Opfer hatte am Mittwoch vor Gericht bekräftigt, dass es keinen Sex im Einvernehmen gegeben habe. Darauf wollen nach allen bisherigen Anzeichen Strauss-Kahn und seine Anwälte ihre Strategie aufbauen. Bei der Frau handelt es sich um eine Asylbewerberin aus Guinea mit einer 15-jährigen Tochter. Inzwischen wurde bekannt, dass das Hotel erst gut eine Stunde nach der mutmaßlichen Tat die Polizei informierte.