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Spanier setzen Demonstrationsverbot außer Kraft

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Spanier setzen Demonstrationsverbot außer Kraft

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Sparzwänge und Arbeitslosigkeit haben erneut tausende junge Spanier auf die Straße getrieben. Die Proteste erfolgten in Madrid und in anderen spanischen Großstädten – begleitet von großem Polizeiaufkommen. Demonstrationen hatte die Wahlbehörde wegen der anstehenden Kommunal- und Regionalwahlen erfolglos verboten.

Die Teilnehmer riefen die Spanier dazu auf, am Sonntag nicht für die großen Parteien zu stimmen.

Es handele sich um eine friedliche Bewegung des zivilen Ungehorsams, erklärt ein Demonstrant. Man müsse zwischen Legalität und Gerechtigkeit wählen. Sie seien gezwungen, die Proteste fortzusetzen. Eine Frau fragt dazwischen: “Bedeutet das Verbot, dass sie Angst haben? Vor wem denn? Vor Bürgern, die sich frei und friedlich ausdrücken? Das verstehe ich nicht.”

“Verbote. Sie wollen uns zum Schweigen bringen, das ist es, was sie tun. Dadurch wollen sie das Zweiparteiensystem stützen,” vermutet ein Madrilene an der Puerta del Sol.

Die Proteste begannen am vergangenen Wochenende und sollen bis zu den Wahlen weitergehen. Besonders die Arbeitslosigkeit unter den jungen Menschen macht dem Land zu schaffen. So waren im Februar fast 45 Prozent der unter 25-jährigen ohne Beschäftigung.