Eilmeldung

Eilmeldung

"Amerikanische Justiz-Seifenoper"

Sie lesen gerade:

"Amerikanische Justiz-Seifenoper"

Schriftgrösse Aa Aa

Dieser Blick verfolgt die Franzosen auf Schritt und Tritt. Dominique Strauss-Kahn im Gericht, DSK im Knast, erst die Handschellen, dann die Elektronik-Fessel – er ist unausweichlich, an jeder Straßenecke. Irgendwann muß es jetzt auch gut sein, finden viele.

Zum Beispiel Antonio Gouveia, Paris:

“Das ist eine typisch amerikanische Angelegenheit – man wird schuldig gesprochen, bevor man verurteilt ist. Ich hoffe, er kommt da raus. Denn ich finde diese Geschichte echt merkwürdig.”

Und ein anderer Passant meint: “Jetzt sollte er sich verteidigen und die Wahrheit sollte ans Licht. Und wenn er schuldig ist, geht er zurück ins Gefängnis. Wenn nicht, nach Hause.”

Der Medienrummel um DSK stellt in den letzten Tagen alles andere in den Schatten – französische Medien stellten mehr als 7000 Berichte ins Internet. Zum Vergleich: Präsident Nicolas Sarkozy kommt gerade einmal auf rund 1500, einschließlich Baby.

Ex-Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal (PS):

“Diese amerikanische Justiz-Seifenoper darf nicht das ganze politische Leben in Frankreich in den Schatten stellen – nicht die Schwierigkeiten des Landes, nicht die Schwierigkeiten der Franzosen. In unseren Nachrichtensendungen gibt es doch gar kein anderes Thema mehr.”

Leute, bleibt auf dem Teppich, kommentiert das Presse-Flaggschiff “Le Monde” die umlaufenden Komplott-Gerüchte. Offenbar gelte die Arbeit der US-Justiz und seriöser Medien nicht mehr als alberne Hirngespinste im Internet.