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Cannes: Ausschluß von Lars von Trier umstritten

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Cannes: Ausschluß von Lars von Trier umstritten

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Die Aussagen des dänischen Regisseurs Lars von Trier sorgen für Aufregung beim Filmfestival in Cannes. Von Trier hatte auf einer Pressekonferenz erklärt, er verstehe Hitler und er sei ein Nazi. Zwar nahm er dies später zurück, die Festivalleitung jedoch entzog ihm die Akkreditierung. Eine Entscheidung, die nicht alle Journalisten unterstützen. “Er ist ein bisschen verrückt”, meint etwa eine Kritikerin aus dem Iran, “wie viele Künstler, in der Kunst ist das alles sehr ambivalent.” Auch der Niederländer Rokshad Nourdeh sieht es wenig dramatisch: “Ich denke, das ist ein bisschen zu sehr aufgebauscht worden, auch die Tatsache, dass er ein Provokateur ist, wird übertrieben. Das ist er nicht. Er spielt mit uns und beobachtet die Reaktionen.” Und Elena Dal Forno aus Italien macht es kurz: “Weder dieses Festival, noch die Filmbranche können es sich leisten, Lars von Trier zu verlieren.”

Der Film von Lars von Trier bleibt im Rennen – sollte er eine Auszeichnung erhalten, darf der Regisseur diese allerdings nicht selbst entgegenehmen. So mancher sieht “Melancholia” als potentiellen Sieger, wie der französische Kritiker Christian Martin: “Das Ganze ist schade, denn ich persönlich denke, der Film ist der beste und der wahrscheinlichste Kandidat für die Goldene Palme.”

“Allgemeines Bedauern hier auf der Croisette über den Faux pas von Lars von Trier und die harte Reaktion der Festival-Leitung”, fasst Euronews-Reporter Wolfgang Spindler zusammen. “Sicher ist: der Vorfall wird einen langen Schatten auf die Karriere des dänischen Filmregisseurs werfen.”