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Junge Spanier lassen sich nicht unterkriegen

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Junge Spanier lassen sich nicht unterkriegen

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Spaniens wütende Jugendliche wollen sich den Mund nicht verbieten lassen: Trotz eines Demonstrationsverbots wegen der Regional- und Kommunalwahlen an diesem Sonntag, wollen die jungen Leute weiter gegen die Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit protestieren. Seit einer Woche schon kampieren sie in Madrid, und ihre Bewegung bereitet sich wie ein Lauffeuer auf andere Städte aus.

Landesweit liegt die Arbeitslosigkeit bei 20 Prozent und bei den unter 25-Jährigen ist sie fast doppelt so hoch: Viele jungen Spaniern reißt die Geduld. Der Politikwissenschaftler Miguel Murado sieht aber neben der Wut auf die wirtschaftliche Lage noch tiefere Gründe: “Ich sehe das eher als politischen Protest: eher vergleichbar mit der arabischen Welt als mit dem Protest in Griechenland, wo es ja ganz klar um Unzufriedenheit mit dem Sparpaket der Regierung geht.” Auch in Spanien fahre die Regierung einen harten Sparkurs, da der aber schon seit einem Jahr gelte, könne dies nicht der Grund sein.

Sollte die Polizei die rund 60 Protestcamps vor den Regional- und Kommunalwahlen räumen, werde es “passiven Widerstand” geben, sagten Jugendliche. Gewalt aber lehnten sie strikt ab, und auch die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Zapatero – die mit einer Wahlniederlage rechnet – erklärte, sie wolle eine Eskalation vermeiden.