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Die griechische Tragödie - letzter Akt?

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Die griechische Tragödie - letzter Akt?

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Die Griechen stehen vor den Trümmern einer Jahre langen Mißwirtschaft. Der Staat nährte bei den Bürgern viel zu lange Versorgungsansprüche, die sich das Land nicht leisten konnte. Bezahlt wurde trotzdem – mit geliehenem Geld.

Jetzt sind die fetten Jahre vorbei, das Land muss massiv abspecken. Leistungen werden gestrichen, Steuern erhöht und das nationale Tafelsilber verkauft – wenn sich denn Investoren finden lassen.

Für die Menschen in Griechenland ist es eine Tragödie. Die entscheidenden Finanzdaten deuten darauf hin, dass deren letzter Akt begonnen hat.

Schuldenstand und Haushaltsdefizit nähern sich der in Europa erlaubten Obergrenze. Die Wirtschaftsleistung schrumpft, die Arbeitslosigkeit steigt – und mit ihr die Perspektivlosigkeit vieler Menschen.

Deren Blick richtet sich nach Europa. Dort hofft man irgendwie noch, das Land könnte sich mit hartem Sparen von selbst wieder auf den Pfad der Tugend bringen. EZB-Gouverneursratsmitglied Ewald Nowotny erklärt, die Sparprogramme müssten umgesetzt werden, das habe erste Priorität.

Die EZB, die EU und der IWF verlangen von den Griechen bislang nicht gekannte Opfer, wenn der Zusammenbruch der Staatsfinanzen verhindert werden soll. Für die Bürger ist das ein Alptraum. “Jeden Monat hören wir, es muss mehr und noch mehr gespart werden”, sagt ein Rentner. “Wo wird das alles enden?”

Noch genießt Griechenland die Solidarität der übrigen Europäer. Doch viele möchten einfache Touristen bleiben und nicht über Generationen hinaus Gläubiger sein.