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Wird Lagarde Chefin des IWF?

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Wird Lagarde Chefin des IWF?

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Der Internationale Währungsfonds will bis Ende Juni einen neuen Chef gefunden haben. Mexiko schickt Agustin Carstens, den Chef der Zentralbank, ins Rennen, der als Kandidat der Entwicklungsländer gilt. Als Favoritin aber gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Noch kandidierte sie nicht offiziell für das Amt als Nachfolgerin des wegen einer Sexaffäre zurückgetretenen Dominique Strauss-Kahn. China zeigte sich aber bereit, sie zu unterstützen. Gegründet wurde der IWF als eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen 1944 im amerikanischen Bretton Woods. Grundgedanke war dabei der Wiederaufbau der Weltwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, die Überwachung der internationalen Geldpolitik und die Ausweitung des Welthandels. Hilfe für in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Staaten stand lange im Mittelpunkt der Aufgaben des IWF. Bedingungen für die Gewährung von Krediten sind unter anderem Kürzung der Staatsausgaben, Steigerung des Exports, Liberalisierung des Bankenwesens.

Zur Zeit hat der IWF Kredite im Umfang von mehr als 250 Milliarden Dollar vergeben oder zugesagt. Zu den größten Nehmer-Ländern in Europa zählen Griechenland, zugleich Mitglied der Eurozone, Rumänien und die Ukraine. Gemäß einer Vereinbarung stellen immer die Europäer den Chef des IWF, während die Position des ersten stellvertretenden Direktors von einem Amerikaner besetzt wird. Höchstes Gremium ist der Gouverneursrat – jedes der 187 Mitgliedsländer ist durch einen Gouverneur vertreten. Das Alltagsgeschäft obliegt dem Verwaltungsrat, der 24 Mitglieder zählt. Der Direktor sitzt dem Verwaltungsrat vor und leitet den IWF. Für den Internationalen Währungsfonds, der seinen Hauptsitz in Washington arbeiten rund 2 500 Menschen. Grund dafür, dass sich Europa und die USA die Leitung teilen: Sie sind die größten Aktionäre des Fonds. Doch das dürfte sich ändern: Die Europäer müssen einen Teil ihrer Macht an China abgeben. Der entscheidende Faktor sind und bleiben die USA. Sehr schwer ins Gewicht fällt das Wort der Europäischen Union. Die Bedeutung Chinas wächst. Mexiko hingegen, obwohl an der Spitze der Entwicklungsländer, spielt in einer anderen Liga. Dass Carstens, Chef der mexikanischen Zentralbank, an die Spitze des IWF gelangt, ist kaum möglich. China schließlich geht es nicht um die Personalfrage, nicht darum, wer den IWF leitet. Sondern darum, dass die Stimmanteile zugunsten der Schwellenländer umverteilt werden.