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Mubarak droht die Todesstrafe

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Mubarak droht die Todesstrafe

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Kairo am 11. Februar. Das Schicksal von Hosni Mubarak ist besiegelt. An Bord eines Helikopters entfliegt er seiner alten Macht, seinem Rang und Reichtum. Und alles unter den Augen einer staunenden Menschenmenge, die sich vor seinem Palast versammelt hatte. Es war das Ende eines Mannes, der 30 Jahre lang als Präsident die Geschicke Ägyptens gelenkt hatte. Am Ende blieb ihm nur die Flucht.

Jetzt wird ihm der Prozess gemacht. Die Menschen im Land haben kaum Mitleid mit ihrem ehemaligen Präsidenten. Ein Passant in Kairo sagt: “Er sollte auf jeden Fall vor Gericht gestellt werden, wenn er etwas Falsches getan hat, muss er dafür vor Gericht. Er sollte fair behandelt, aber auch für seine Vergehen bestraft werden.” Eine Frau sekundiert: “Er verdient ein hartes Urteil, denn er hat uns 30 Jahre unseres Lebens geraubt, er hat unsere Reichtümer gestohlen, den Reichtum unseres Landes.”

Im Januar beschritten die Ägypter den Weg der Revolution, so, wie es die Tunesier vor ihnen schon getan hatten. Die Menschen verlangten nach mehr Freiheit, mehr Demokratie, einem besseren Lebensstandard und: dem Machtverzicht von Hosni Mubarak. Der Tahrirplatz im Zentrum Kairos wurde zum Symbol dieser Revolution. Nach drei Wochen an Protesten war es geschafft, Mubarak ging. Doch die Menschen wollten mehr, sie wollten Mubarak vor Gericht stellen, zur Rechenschaft ziehen. Im April zogen sie für diese Forderung wieder durch die Straßen.

Auch Mubaraks Söhne Gamal und Alaa sollen vor Gericht. Sie werden beschuldigt, für den Tod Hunderter Menschen verantwortlich zu sein. Außerdem sollen sie ihre Machtposition ausgenutzt haben, um sich zu bereichern. Auch Mubaraks Gattin Suzanne soll sich wegen des Familienvermögens verantworten müssen. Eines Vermögens, dessen Wert sich auf mehrere Milliarde Dollar belaufen soll.

Ein Großteil der Ägypter hegt heftigen Groll gegen die Mubaraks. Gegen die Familie, die sich 30 Jahre lang auf dem Rücken des Volkes bereichert haben soll. Und in all der Zeit seien weder die Armut noch die Arbeitslosigkeit gesunken. Im Gegenteil. Ebenso sei die soziale Ungleichheit gestiegen, klagen viele.

Besonders die junge Generation hat sich von Mubarak abgewandt, hat ihm die Gefolgschaft versagt. Während manch älterer Ägypter im Ex-Präsidenten noch den mächtigen, wenn auch gestürzten Führer der Nation sehen mag, so ist er für die Jüngeren nichts anderes als die fleischgewordene Arroganz der Macht.

Jetzt, wo Mubarak aber Macht und Ansehen verloren hat, wird er wie ein normaler Angeklagter behandelt. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Falle die Todesstrafe.