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Mladić will nicht ausgeliefert werden

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Mladić will nicht ausgeliefert werden

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Ratko Mladić wird weiter vernommen. Ein Untersuchungsrichter in Belgrad will den in Serbien festgenommenen mutmaßlichen Kriegsverbrecher zu den Anklagepunkten des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag befragen. Dann erst soll über seine Auslieferung entschieden werden.

Der 68-Jährige wird unter anderem für die jahrelange Belagerung von Sarajevo verantwortlich gemacht und für das Massaker von Srebrenica von 1995 mit rund 8000 Toten.

Die Vernehmung war unterbrochen worden, weil

sich der Ex-Militärchef der bosnischen Serben schwach fühlte.

Nach fünfzehn Jahren Flucht war Mladić vom serbischen Geheimdienst in diesem Haus im nordserbischen Dorf Lazarevo bei einem Verwandtenbesuch festgenommen worden. “Ratko Held” steht handgeschrieben auf einem Papier am Ortsschild.

Zuletzt war in Serbien ein Kopfgeld von 10 Millionen Euro ausgesetzt, dazu kamen 5 Millionen Dollar von den USA.

Mladić erkenne die Rechtmäßigkeit des Kriegsverbrechertribunals nicht an, an das er

ausgeliefert werden soll, sagte sein Anwalt Milan Dilparic. Außerdem sei er krank: “Ratko sollte nicht nach Den Haag gebracht werden.”

In Den Haag sitzt seit drei Jahren Serbenführer Radovan Karadzic ein, Mladićs ehemaliger “Vorgesetzter”.

Mladićs Festnahme war eine der Bedingungen für einen EU-Beitritt Serbiens.