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Serbiens Problemliste: Kosovo nach Mladic-Verhaftung

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Serbiens Problemliste: Kosovo nach Mladic-Verhaftung

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Serbien boykottiert den Gipfel des US-Präsidenten Barack Obama mit den Staatschefs aus Mittelost- und Südosteuropa in Warschau, weil auch das Kosovo eingeladen ist. Die kosovarische Präsidentin Atifete Jahjaga tritt bei dem Treffen als gleichberechtigte Staatscheffin auf, während Belgrad seine ehemalige Provinz auch weiter als serbisches Staatsgebiet betrachtet.

Tags zuvor hatte Serbien wieder selbstbewußter auftreten können, weil das Land mit der Verhaftung von Ratko Mladic das größte Hindernis auf seinem Weg in Richtung Europäischer Union ausgeräumt hatte. Nun erscheint die Kosovo-Frage als größte verbleibende Blockade.

Wie es der Zufall so will, war genau am Tag des Osteuropäer-Gipfels in Warschau die EU-Außenbeauftragte Cathrine Ashton im Prischtina eingetroffen, um die EU-Beitrittsperspektive des Kosovo zu erörtern, und den schwierigen Dialog zwischen Serbien und seiner früheren Provinz.

Um die Kosovaren zu beruhigen, dass die EU Serbien nach der Mladic-Verhaftung nicht ohne Bedingungen beitreten lässt, sagte sie, dass die Verhaftung zwar ein wichtiger Schritt war, dass aber auch Serbien noch viele weiter Bedingungen zu erfüllen habe. Dass dazu auch eine Lösung der Kosovo-Frage gehört, ließ sie nur durchscheinen.

Kaum eine Woche zuvor hatte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso die Kosovaren beunruhigt, als er sagte, dass die Anerkennung des Kosovo keine Bedingung für die EU-Integration Serbiens sei.