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AF447: Piloten im Cockpit - ratlos

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AF447: Piloten im Cockpit - ratlos

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Dreieinhalb Minuten Panik im Cockpit. Die Geschwindigkeitsanzeige spielt verrückt, der Pilot zieht die Maschine abwechselnd nach oben und nach unten. Verzweifelt überlässt er die Steuerung dem Co-Piloten. “Mach du”, sagt er, aber da ist es schon zu spät. Schließlich prallt das Flugzeug mit Tempo 200 auf das Wasser – keiner überlebt.

Nach dem Fund der Black Boxes schildern französische Ermittler in einem Vorbericht die letzten Minuten des Fluges AF447 Rio-Paris vor zwei Jahren, offenbar eine fatale Mischung aus technischem und menschlichem Versagen. Der Vertreter der Angehörigen warnt vor voreiligen Schlüssen.

Jean-Baptiste Audousset, Opfer-Verband:

“Die “Black Boxes” sind hier und wir sind sehr zufrieden. Nun können sie ausgewertet werden, auch gut. Das sind gute Neuigkeiten. Man hat uns den möglichen Ablauf der Ereignisse geschildert. Nun muss man sich für die Analyse Zeit lassen, um alle verwertbaren Fakten einfließen zu lassen.”

Die Aufnahmen aus dem Cockpit legen nahe, dass die Geschwindigkeitssensoren des Flugzeugs nicht funktionierten, möglicherweise, weil sie gefroren waren. Daraufhin schaltete sich der Autopilot aus und die Piloten mussten steuern.

Kurz vor dem Crash warnte offenbar ein Signal vor einem drohenden Strömungsabriss. Das bedeutet, dass das Flugzeug zu langsam wird, Absturz droht. Daraufhin zog der Pilot das Flugzeug immer weiter nach oben – Experten empfehlen das Gegenteil.

Bei dem Absturz kamen alle 228 Menschen an Bord ums Leben, darunter 28 Deutsche.