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Deutschland schaltet die Kernkraft ab

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Deutschland schaltet die Kernkraft ab

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Erst die Laufzeitverlängerung für Reaktoren – nun, unter dem Eindruck von Fukushima, die Kehrtwende:

Deutschland verabschiedet sich mit einem Mal von der Kernkraft, und das in einem bisher kaum für möglich gehaltenen Tempo.

“Wir werden schrittweise bis Ende 2022 vollständig auf die Kernenergie verzichten”, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel. “Dieser Weg ist für Deutschland eine große Herausforderung; aber er bedeutet vor allen Dingen auch riesige Chancen für künftige Generationen. Wir glauben, dass wir als Land Vorreiter auf dem Weg zur Schaffung eines Zeitalters der erneuerbaren Energien werden können.”

Umweltschützer hätten es gerne noch ein bisschen schneller gehabt, wie bei einem Protest am Sonntag in Berlin, am Brandenburger Tor. Außerdem bleibt auch bei einem schnellen Ausstieg noch die Suche nach einem Endlager für den Atommüll.

Die Regierung will nun am Freitag mit den Bundesländern beraten und nächsten Montag die Gesetze zum Atom-Ausstieg beschließen. Bundestag und Bundesrat würden sie dann bis zum 8. Juli verabschieden.

Nach dem Ausstiegskonzept sollen die sieben ältesten Kernkraftwerke nicht mehr in Betrieb gehen, dazu der schon seit Jahren stillstehende Meiler Krümmel. Eines soll aber als Reserve für mögliche Strom-Engpässe bis höchstens 2013 in einer Art Bereitschaft bleiben. Diese sieben Kraftwerke waren nach der Katastrophe von Fukushima vom Netz gegangen.

Sechs weitere Kernkraftwerke sollen bis 2021 abgeschaltet werden, die letzten drei spätestens ein Jahr danach. Deutschland hat siebzehn Atomkraftwerke: Letztes Jahr lieferten sie knapp ein Viertel des Strombedarfs.