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Draghi-Kritik an Rom: weniger Ausgaben, weniger Steuern

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Draghi-Kritik an Rom: weniger Ausgaben, weniger Steuern

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Nach den italienischen Arbeitgebern hat nun auch Zentralbankchef Mario Draghi den wirtschaftlichen Kurs des Landes kritisiert. Das Land müsse Ausgaben kürzen und die Steuern drastisch senken, um Wachstum zu fördern, sagte Draghi auf der Jahrestagung der Bank von Italien in Rom.

Es war vermutlich Draghis letzter großer Auftritt vor dieser Kulisse. Im November tritt er die Nachfolge von Jean-Claude Trichet an der Spitze der Europäischen Zentralbank an. In seiner Rede mahnte Draghi die Regierung zu mehr Haushaltsdisziplin und zu einer Reform des Steuersystems.

Mit einem Wirtschaftswachstum von kaum mehr als einem Prozent gehört Italien zu den schwächsten G-8-Ländern. Das Haushaltsdefizit überschreitet mit 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei weitem die erlaubten drei Prozent des Maastricht-Vertrags.

Die Schuldenlast schließlich erreicht mit 120 Prozent des BIP einen EU-Spitzenplatz.

Nach einer tiefgreifenden Rezession befindet sich Italien mittlerweile wieder auf Erholungskurs – das allerdings im Schneckentempo. Besonders schwach ist nach wie vor die Binnennachfrage. Analysten bescheinigen der Wirtschaft zudem einen krassen Mangel an Wettbewerbsfähigkeit.