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Hält Silvio Berlusconi bis 2013 durch?

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Hält Silvio Berlusconi bis 2013 durch?

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Die Wahlschlappe bei den Kommunalwahlen und die gleichzeitige Wiedereröffnung des Rubygate-Prozesses bedeutete für ihn erst einmal einen schwarzen Tag. Hatte er doch angekündigt, sein Schicksal stehe und falle mit der Wahl.

Dies droht nun zu einem Testfall für seine persönliche Glaubwürdigkeit zu werden. Die italienische Presse reagierte entsprechend. Neben Berlusconis Niederlagen in Mailand und Neapel musste auch die Lega Nord in vielen Städten Verluste hinnehmen: Zeichen seiner schwindenden Popularität.

Als er im April den Wahlkampf in Mailand begann, war er sich noch sicher, daß seine Heimatstadt ihn nicht fallen lassen würde. Hatte doch hier seine Karriere als Politiker, wie auch als Geschäftsmann begonnen. Welch Illusion…

Wahrscheinlich war die Rubygate-Affäre 2010 dann einfach eine Affäre zu viel. War die junge Frau doch zum Zeitpunkt der “Bunga-Bunga-Partys”, an denen sie teilnahm, noch minderjährig. Berlusconi jedoch hielten die Ermittlungen nicht davon ab, sich weiterhin in der Öffentlichkeit lächerlich zu machen. Berlusconi auf einer Pressekonferenz: “Sehen Sie: heute will selbst die Linke Bungabunga machen. Das bedeutet doch, dass ich die Linke für meinen Lebensstil gewinnen konnte.”

Diesmal jedoch, konnten viele Italiener nicht mehr über seine Witze lachen. Seit er 1994 Politiker wurde, verging kaum ein Jahr, in dem er nicht in Skandale verwickelt war. Bislang konnte er der Justiz stets entkommen und sich politisch wieder berappeln. Und nun? Ein politischer Beobachter:

“Was Italien durchmacht, sieht wie eine Art langsame Revolution aus. Es ist nicht Ägypten, nicht der Tahirplatz aber es scheint als ob sich die Dinge ändern. Ob die Flut ihn davonträgt, nun, dies wird abzuwarten sein. Er ist jetzt aber endgültig der Gnade von Bossis Lega Nord ausgeliefert.”

Tatsächlich: sein Schicksal scheint nun in den Händen von Umberto Bossis Lega Nord zu liegen. Die aber hat mit Mailand jetzt die Hauptstadt ihres imaginären Staates “Padania” verloren. Bossi willigte zwar ein, die Regierung fortzusetzen, doch gleichzeitig warnte er Berlusconi: Er wolle sich nicht mit ihm in den Abgrund reißen lassen.