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Konsumenten in ganz Europa meiden Gurken und Tomaten

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Konsumenten in ganz Europa meiden Gurken und Tomaten

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Zwar sind spanische Gurken als Auslöser der Ehec-Infektionen offenbar aus dem Schneider, aber in ganz Europa bleiben Konsumenten misstrauisch. In Paris bleibt das Gemüse liegen, die Händler sind verzweifelt und die Verbraucher verängstigt. “Natürlich habe ich Angst”, meint sie, obwohl Frankreich derzeit gar nicht betroffen ist: “Im Zweifel ist man lieber vorsichtig.” Die Verkäufer beklagen deutliche Gewinneinbußen. “Niemand kauft Gurken”, meint ein Händler. “Sogar wenn sie aus Frankreich stammen und nicht aus Spanien, will sie niemand essen. Normalerweise verkaufen wir 100 pro Tag, jetzt sind es nur zwei oder drei.”

Auch im gemüseliebenden Italien sind Gurken und Tomaten derzeit kaum gefragt. Zu groß ist die Angst der Menschen vor dem Ehec-Erreger, solange die Quelle nicht eindeutig identifiziert werden konnte. “Gurken? Nein, ich kaufe keine mehr”, erklärt eine Frau, “ich habe Angst.” In Österreich stehen Gurken und Tomaten ebenfalls auf der schwarzen Liste der Käufer. Die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Pamela Rendi-Wagner, versucht zu beruhigen: “Wir beobachten die Situation in Österreich. Bis jetzt gibt es bei uns zwei aus Deutschland importierte Ehec-Fälle. Sie wurden vergangene Woche bestätigt, aber den Patienten geht es gut, sie wurden bereits entlassen und es gab bis jetzt keine Komplikationen.”

Die Angst vor dem Ehec-Erreger ist bis nach Russland vorgedrungen: Gurken sind hier eigentlich besonders beliebt – aber derzeit wagen nur wenige, sie zu kaufen. “Wenn Menschen vergiftet werden, muss man den Verkauf verbieten”, stellt ein Russe lakonisch fest. Unsicherheit also in ganz Europa – und sie wird anhalten, bis die Herkunft des Erregers feststeht.