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"Verfahren gegen Mladić ist ein starkes Signal"

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"Verfahren gegen Mladić ist ein starkes Signal"

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Der serbische Ex-General Ratko Mladić wird am Freitag zum erstenmal vor seinen Richtern im UN-Tribunal erscheinen. Das kündigte die Anklagebehörde in Den Haag an. Mladić wird schwerster Kriegsverbrechen beschuldigt.

Chefankläger Serge Brammertz misst dem Prozess besondere Bedeutung bei – Mladić sei “die mächtigste Figur in Bosnien-Herzegowina” gewesen.

Serge Brammertz:

“Ich war während der vergangenen Jahre mehr als zehnmal in Bosnien. Jedes Mal traf ich mich mit Opfer-Organisationen. Ihre dringendste Bitte an die internationale Staatengemeinschaft und an das Gericht war immer: ‘Nehmt Ratko Mladić fest’.

Es ist natürlich auch sehr wichtig für das Gericht. Er war einer von zwei noch Flüchtigen, nach denen wir gesucht haben. Und er ist der ranghöchste Offizier der bosnisch-serbischen Armee, der in Den Haag vor Gericht erscheint.

Die Sache ist auch wichtig für die internationale Justiz im Allgemeinen. Ein starkes Signal, dass Verantwortliche für Gräueltaten am Ende nicht ungeschoren davonkommen.

Uns ist klar: Dieser Prozess sollte so bald wie möglich beginnen und unter bestmöglichen Bedingungen abgehalten werden.”

Eine Zusammenlegung der Verfahren von Mladić und Radovan Karadžić sei “nicht wahrscheinlich”, sagte Brammertz der Belgrader Zeitung “Novosti”.

Karadžić , Ex-Präsident der Republika Srpska (Serbische Republik) in Bosnien-Herzegowina, war vor drei Jahren festgenommen worden. Sein Prozess läuft seit Oktober 2009.

Beide sollen unter anderem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich sein – dem Mord an bis zu 8000 muslimischen Bosniaken im Jahr 1995.