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"Der jahrzehntelange Krieg gegen Drogen ist verloren"

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"Der jahrzehntelange Krieg gegen Drogen ist verloren"

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Ein internationales Gremium aus 19 ehemaligen Spitzenpolitikern, Geschäftsleuten und Schriftstellern hält den weltweiten Kampf gegen Drogen für gescheitert – so wie ihn etwa die USA betreiben. Stattdessen wird eine staatliche Regulierung gefordert, vor allem bei Cannabis.

“Der jahrzehntelange Krieg gegen Drogen ist verloren und hat verheerende Folgen für Menschen rund um die Welt”, heißt es in einem Bericht der “Global Commission on Drug Policy” – einer Privatinitiative.

Zu dem 19-köpfigen Gremium gehören unter anderen der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der ehemalige US-Notenbankchef Paul Volcker, der britische Unternehmer Richard Branson und der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

Richard Branson, Unternehmer:
“Europa sieht das Thema lockerer. Unsere Kommission empfiehlt den europäischen Staaten, zu experimentieren, sagen wir mal, erst mal mit Marihuana und einfach zu sagen, ok, wir sperren Marihuana-Konsumenten nicht mehr ein. Ein paar europäische Länder könnten es doch mit Marihuana-Gesetzen versuchen.”

Cesar Gaviria, früherer Präsident Kolumbiens:
“Europa hat im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht. Die Politik der Schadensbegrenzung ist im Großen und Ganzen ein Erfolg. Wir erwarten nun von den USA, dass sie diese Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Sie sollten verstehen, dass es zum Totalverbot einige Alternativen gibt.”

Die Regierungen der USA und Mexikos lehnen die Empfehlungen der Gruppe ab.

Der Umsatz von illegal verkauften Drogen wird jährlich auf mehrere hundert Milliarden US-Dollar geschätzt, die Zahl der Drogentoten in Nordamerika und Europa auf 25 000. Weltweit soll es 250 Millionen Konsumenten geben, Tendenz steigend.

Anna Bressanin, euronews:

“Wenn der Krieg gegen die Drogen verloren ist – wo sind die Alternativen ? Nach dem Treffen in New York kämpft diese Gruppe jetzt um Gehör bei den Regierungen in Europa und in Amerika .”