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Ehec: "Ein ganz besonderer Erregertyp"

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Ehec: "Ein ganz besonderer Erregertyp"

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Bei der Untersuchung des aggressiven Ehec-Bakteriums ist es deutschen und chinesischen Forschern gelungen, seine Erbsubstanz zu entschlüsseln. Das hat zwar für die Patienten keine direkten Auswirkungen, kann jedoch langfristig helfen, neue Therapien zu entwickeln. Aber die Wisenschaftler haben auch eine schlechte Nachricht. “Wir konnten feststellen, dass es sich um einen neuen Erregertyp handelt”, sagte der Mikrobiologe Holger Rohde, “eine Variante, die wir noch nie zuvor gesehen haben. Wir werden daraus in Zukunft verschiedene Schlussfolgerungen ziehen können.”

Auch nach der Quelle der Infektionen wird weiterhin gesucht. Allerdings erklärten die Forscher, möglicherweise könne sie nie gefunden werden – das sei bei den meisten Infektionen weltweit der Fall. Im Robert-Koch-Institut sieht man daher keinen Anlass zur Entwarnung, wie der Leiter des Instituts, Reinhard Burger, sagte: “Wir sind wieder dort, wo wir letzte Woche waren, als die Quelle auf drei Nahrungstypen eingegrenzt wurde. Aber was die Lieferketten betrifft, die Herkunft, die Verpackung, also die Dinge, die für die Kontamination verantwortlich sein könnten, haben wir derzeit keinerlei Informationen.”

Die Zahl der Erkrankungen nimmt unterdessen zu. In Deutschland wurden fast 500 Fälle registriert, 130 Patienten leiden unter der gefährlichen Variante. Auch im Ausland breitet sich der Erreger weiter aus. Meist waren die Betroffenen kurz zuvor in Deutschland gewesen.