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Fernsehsendung entfacht Streit um Salvador Allendes Schicksal

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Fernsehsendung entfacht Streit um Salvador Allendes Schicksal

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Hat sich Salvador Allende selbst umgebracht, oder ist er umgebracht worden? Eine Obduktion soll seit letzter Woche klären, wie Chiles früherer Staatspräsident beim Putsch gegen ihn 1973 sein Ende fand.

Passend dazu bringt das öffentliche Fernsehen in Chile eine Sendung: Den Autoren zufolge wurde Allende wohl ermordet. Sie stützen sich dabei auf einen angeblich neu aufgefundenen Bericht der Armee von damals.

Demnach gab es mindestens zwei Kugeln aus zwei verschiedenen Waffen, sagt der Gerichtsmediziner Luis Ravanal, der auch in der Sendung zu Wort kommt: Zum einen eine Waffe kleineren Kalibers mit runder Austrittswunde; die andere habe den Schädel zerstört. Außerdem sei es schwer vorstellbar, sich mit einer Kalaschnikow umzubringen.

Das war bisher die Annahme: Die Putschisten greifen den Präsidentenpalast an – Allende, in aussichtsloser Lage, erschießt sich mit der Maschinenpistole.

Verwandte von Allende – vor allem seine Tochter Isabel, inzwischen eine Senatorin – nennen die Fernsehsendung eine Schande und reine Spekulation. Sie fordern dazu auf, jetzt die Ergebnisse der Obduktion abzuwarten.