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Früher wäre besser gewesen

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Der serbische Präsident Boris Tadic hat es als politischen Fehler Serbiens bezeichnet, Ratko Mladic nicht früher gefasst zu haben.
 
In einem ausführlichen Interview mit Euronews räumte Tadic außerdem ein, dass er – ungeachtet der ausstehenden Ermittlungs-ergebnisse – davon überzeugt sei, Mladic sei von früheren Regierungen geschützt worden. Boris Tadic:
“Die letzten sechszehn Jahre hatten wir unterschiedliche Regierungen. Wir hatten außerdem in der Zwischenzeit eine demokratische Revolution. Vor sechszehn Jahren war Slobodan Milosevic an der Macht. Ratko Mladic konnte sich bis zum 5. Oktober 2000 frei bewegen. Das er bis dahin von Leuten der Regierung beschützt wurde ist klar.”
 
Außerdem beklagte Tadic die, durch die verschleppte Festnahme mutmaßlicher serbischer Kriegsverbrecher, ausgelöste Abwanderung ausländischer Investoren. Noch einmal Boris Tadic:
“Unsere Ermittlungen waren für Serbien ungeheuer schmerzhaft. Der moralische Preis, den wir gegenüber der Weltgemeinschaft zu zahlen hatten war sehr hoch. So haben wir in den letzten Jahren viele Investoren verloren. Politisch gesehen hätte es sehr viel mehr Sinn gemacht, Mladic früher zu fassen. So hätten auch die Beitrittsverhandlungen mit der EU wesentlich eher beginnen können als erst jetzt.“  
 
 
Das Interview in ganzer Länge:
Freitag, ab 16 Uhr auf Euronews!