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Portugal: Hoffnungslos zum Urnengang

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Portugal: Hoffnungslos zum Urnengang

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Die Portugiesen sind am am Sonntag zu vorgezogenen Parlamentswahlen aufgerufen.

Während im Zentrum Lissabons junge Leute protestieren und der Zugverkehr im ganzen Land

wegen eines Streiks still steht, erreicht die Arbeitslosigkeit in dem strukturschwachen und kaum wettbewerbsfähigen Land das Rekordniveau von zwölf Prozent.

Die Jugend schwankt zwischen Hoffnungslosigkeit und Fatalismus. Ein Student:

“Die Studenten strengen sich heutzutage wirklich an, um studieren zu können. Sie jobben, so wie ich. Aber was erwartet Einen nach dem Studium? Man muss mit weniger als 500 Euro im Monat auskommen und versuchen damit irgendwie zu überleben.”

Die Neuwahlen sind nötig, weil Ministerpräsident Jose Sócrates im März das Handtuch geworfen hatte.

Der 53-Jährige Sozialist hatte die Wahlen 2009 nach Affären und Skandalen nur knapp mit 36,5 Prozent gewonnen. Mit seiner Minderheitsregierung fand er im Parlament keine Mehrheit für das vierte Sparpaket innerhalb von elf Monaten.

Eine Studentin:

“Politik nervt mich echt! Trotzdem: wenn es darum geht, zu wählen, zwischen einem schlechten Politiker, dem alles egal ist und einem Schlechten, der sich wenigstens bemüht….nun dann würde ich den wählen, der sich wenigstens bemüht. Aber selbst dann werd ich wahrscheinlich nie einen Job finden. Die Politik kann vielleicht auch gar nichts mehr richten.”

Eine klare Mehrheit erwarten die Demoskopen nicht:

Jüngsten Umfragen zufolge liegt Socrates in der Wählergunst mit 33 Prozent nur zwei, drei Punkte

hinter seinem Erzrivalen Pedro Passos Coelho von den Konservativen.