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EHEC - ein rein deutsches Problem?

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EHEC - ein rein deutsches Problem?

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Die Rohkostwarnung in Deutschland bleibt bestehen – auch wenn man über die Ursache der EHEC-Infektionen immer noch nichts weiß. Das Bundesgesundheitsministerium hält an seiner Verzehrwarnung fest.

Der Erreger ist inzwischen in zwölf Ländern aufgetreten, wie die Weltgesundheitsorganisation mitteilte. Neben europäischen Staaten wurden auch die USA genannt. Die meisten Patienten hatten sich zuvor in Deutschland aufgehalten.

Die Wissenschaftler forschen weiter unter Hochdruck nach der Ursache und möglichen Therapien. Der Bakteriologe Hugh Pennington von der University Aberdeen ist überzeugt: Es sei klar ein deutsches Problem. Deutsche Lebensmittel hätten zum Ausbruch geführt. Es sei ein rein deutsches Problem, nicht verursacht durch importierte Lebensmittel.

Am Donnerstag hatten Forscher des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf mitgeteilt, zusammen mit chinesischen Kollegen das Erbgut des Erregers entschlüsselt zu haben. Es handelt sich um eine Art Kreuzung mit Eigenschaften zweier Erregertypen. 18 Menschen hat die Epidemie bislang das Leben gekostet.

Nach dem Streit mit Spanien über den vorschnellen Verdacht gegen spanische Salatgurken haben die Regierungschefs beider Länder versucht, die Unstimmigkeiten telefonisch beizulegen. Sie vereinbarten, sich um europäische Hilfen für die betroffenen Bauern zu bemühen.

Die in Südspanien verdächtigten Betriebe kündigten Schadensersatzklagen an. Die spanischen Bauernverbände sprechen von einem Verlust von 200 Millionen Euro pro Woche. Die EU-Kommission will Ausgleichsmöglichkeiten prüfen.

Am Donnerstag hatte Russland, das größte Land der Erde, nach ersten Importverboten für deutsches und spanisches Gemüse die Einfuhr von Gemüse aus ganz Europa gestoppt. Auch der Protest der EU-Kommission half nicht. Der EU-Botschafter in Moskau sprach von einem klaren Verstoß gegen die Regeln der Welthandelsorganisation. Russland ist bislang nicht Mitglied der WTO.

Nur unter bestimmten Bedingungen werden man das Verbot aufheben, hieß es aus Russland.