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Serben besorgt über Ausgang des Mladic-Prozesses

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Serben besorgt über Ausgang des Mladic-Prozesses

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Der erste Auftritt Ratko Mladics vor dem Internationalen Gericht in Den Haag wurde in Serbien und Bosnien zum öffentlichen Fernsehereignis. Vom Ausgang des Prozesses hängt auch für Serbien und für die Serbische Republik in Bosnien viel ab.

Gemischte Gefühle bei den Zuschauern in Serbiens Haupstadt Belgrad: “Es ist sehr traurig, diesen Mann zu sehen, unabhängig von dem, was ich über ihn denke. Aber ich fühle mit ihm, und ich möchte jetzt nicht in seiner Haut stecken”, sagt eine Frau, ein Landsmann meint: “Er tut mir leid, aber Gerechtigkeit muss walten.”

Handelte Mladic unter direktem Kommando aus Serbien? Sollte das Gericht dies feststellen, drohen dem Land Entschädigungsforderungen. Die Serben in Bosnien hingegen fürchten, dass beim Mladic-Prozess herauskommt, dass ihre Republika Srpska auf Völkermord aufgebaut wurde, und ihr Fortbestand in Frage gestellt wird. Der Präsident der Serbenrepublik erklärte vorsorglich, dass sich der Prozess auf keinen Fall auf die Existenz der serbischen Landeshälfte auswirken könne.

In Pale, der Hochburg der bosnischen Serben und Hauptstadt der Republika Srpska während des Bosnienkrieges, war die Reaktion eindeutig: Man hält Mladic die Stange – nicht nur die Veteranen, auch junge Männer: Sie skandierten bei der öffentlichen Live-Übertragung “Ratko Mladic” und klatschten.