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Syrien: Alte Konflikte, neue Wut

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Syrien: Alte Konflikte, neue Wut

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In Syrien sind Tausende zu Freitagsdemonstrationen auf die Strasse gegangen, in vielen Städten wurde auf sie geschossen, Dutzende starben.

So demonstrierten Kurden in der Stadt Qamischli im Norden des Landes für die Anerkennung ihrer Volksgruppe – “Freiheit” riefen sie. Seit mindestens fünf Jahrzehnten erleben Kurden in Syrien Nachteile, wie etwa Zwangsumsiedlungen, geschätzt jeder zehnte Syrer zählt zu dieser Volksgruppe.

In der Protesthochburg Hama im Westen des Landes starben mindestens 34 Menschen, laut oppositionellen Aktivisten offenbar an gezielten Schüssen. Auch hier fördern die Proteste seit März jahrzehntealte Konflikte zutage:

Hama war im Februar 1982 Schauplatz eines Massakers, die syrische Armee bombardierte die Stadt, bis zu 30 000 Menschen starben. Muslimbrüder hatten Hama zum Widerstandszentrum gegen die Regierung ausgerufen.

In Syrien wird seit Monaten immer wieder auf gewaltlose Demonstranten geschossen. Menschenrechtler haben rund 900 Tote gezählt. Rund 10 000 Regimegegner seien festgenommen worden.