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Prozessauftakt gegen Mladic

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Prozessauftakt gegen Mladic

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Muslimische Bosnierinnen haben sich am Freitag in Srebrenica versammelt, um den Prozess gegen den Mann zu verfolgen, der ihre Söhne und Männer auf dem Gewissen haben soll. Es war der erste Auftritt des bosnisch-serbischen Ex-Generals Ratko Mladic vor dem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag. Der sogenannte ‘Schlächter von Bosnien’ wirkte Prozessbeobachtern zufolge gebrechlich aber selbstbewusst.

Nach Verlesung der Anklageschrift sagte er: Es seien “monströse Worte” gefallen. Insgesamt werden ihm elf im Bosnienkrieg zwischen 1992 und 1995 begangene Verbrechen zur Last gelegt, darunter Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie etwa das Massaker von Srebenica, bei dem 8000 Muslimische Männer und Jungen ermordet wurden.

Die Bosnierin Saliha Osanovic verlor damals ihren Mann und zwei Söhne: “Ich sah Mladic heute im Fernsehen. Das tat weh. Er sagte, er sei zu krank, um den Gerichtsprozess zu verfolgen.

Aber ich bin seit 16 Jahren krank. Ich habe beide Söhne verloren. Stellen Sie sich vor, mein Mann rief den einen sogar noch.” Osanovics Mann vertraute dem Versprechen serbischer Soldaten, ihm und seinem Sohn werde nichts geschehen. Die sterblichen Überreste der beiden wurden Jahre später in Massengräbern gefunden.