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Sprossen unter EHEC-Verdacht

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Sprossen unter EHEC-Verdacht

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Rohes Sprossengemüse steht nun in Verdacht, für die EHEC-Infektionen in Deutschland verantwortlich zu sein. Die Sprossen stammen aus einem Biobetrieb bei Ülzen, wie das niedersächsische Landwirtschaftministerium am Abend mitteilte. Mehrere Sprossenarten, darunter Mungo-, Rettich- und Brokkoli-Sprossen, aber auch Weizen- und Sonnenblumenkeime sind im Visier.

Der Betrieb wurde vorerst geschlossen und ausgelieferte Ware zurückgerufen. Zwar wurden zunächst keine Erreger auf den Sprossen nachgewiesen, aber die Vertriebskette führte in mehreren Fällen zu dem Hof, erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann: “Eine Darstellung der Handelsbeziehungen weist immer wieder den Weg von diesem Erzeuger zu Erkrankungsfällen.”

Bei einer Mitarbeiterin des Betriebes sei ebenfalls eine EHEC-Infektion nachgewiesen worden.

Der Geschäftsführer des Betriebs ist ratlos, er erklärte, dass die Sprossen nicht gedüngt würden. Eine mögliche Quelle könnte warmes Wasser sein, mit dem sie gezüchtet werden. Das Unternehmen bezog auch Keimlinge aus dem Ausland.

Genauere Ergebnisse erwartet das niedersächsische Ministerium an diesem Montag.

Weiterhin werden aber auch Proben aus einem Lübecker Restaurant untersucht, in dem mehrere Erkrankte zuvor gegessen hatten.

Die Zahl der EHEC-Todesfälle stieg inzwischen allein in Deutschland auf 21. Hinzu kommt eine tödliche EHEC-Infektion in Schweden. Auch die Neuinfektionen nahmen in Deutschland an diesem Wochendende laut Behörden weiter zu, aber langsamer als zuvor.

Gesundheitsminister Daniel Bahr machte sich am Nachmittag in der Hamburger Uni-Klinik persönlich ein Bild von der Lage. Er hatte zuvor Engpässe in einigen Krankenhäusern eingeräumt, doch könnten diese ausgeglichen werden, indem man die Patienten auf umliegende Krankenhäuser verteile. Nach wachsender Kritik am Krisenmanagement wird Bahr sich am Mittwoch mit seiner Verbraucherschutzkollegin Ilse Aigner und den Landesministern beraten. Die EHEC-Seuche wurde auch kurzfristig auf die Tagesordnung des EU-Gesundheitsministertreffens an diesem Montag

gesetzt.