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Deutschland beschließt Atomausstieg

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Deutschland beschließt Atomausstieg

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Während vor dem Bundeskanzleramt in Berlin erneut zahlreiche Demonstranten die Nutzung der Atomkraft anprangerten, hat die deutsche Regierung den Atomausstieg fixiert: Bis zum Jahr 2022 sollen alle Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz gehen. In einer Sondersitzung des Kabinetts wurde die entsprechenden Neufassung des Atomgesetzes beschlossen. Gleichzeitig plant die Regierung, erneuerbare Energien wie etwa Windkraft stärker auszubauen. Bis 2035 soll demnach ein Ökostromanteil von 35 Prozent erreicht werden.

Der Chef der deutschen Grünen, Cem Özdemir, zeigte sich erfreut über die Beschlüsse. “Das ist sicherlich ein Erfolg von uns als Partei”, sagte er, “aber nicht nur von uns sondern auch von all jenen in der Bevölkerung, auch von anderen Parteien, die sich immer gegen die Atomenergie eingesetzt haben; es gibt ja über die Jahre hinweg eine klare, breite Mehrheit gegen die Nutzung der Atomenergie in Deutschland.”

Acht bereits abgeschaltete AKWs werden dauerhaft stillgelegt, wobei eines für den Fall von Stromengpässen möglicherweise in Bereitschaft bleibt. Die restlichen neun Kraftwerke werden stufenweise heruntergefahren. Die Energiekonzerne allerdings haben juristische Bedenken: Denn wenn sie vertraglich zugesicherte Strommengen nicht mehr produzieren dürfen, könnten sie dies als Eingriff in ihre Eigentumsrechte werten und gerichtlich dagegen vorgehen.