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EHEC: Schwarzer Peter bei den Keim-Sprossen

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EHEC: Schwarzer Peter bei den Keim-Sprossen

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Auch nach der Warnung vor Salat-Sprossen aus Niedersachsen bleibt anderes Gemüse in Deutschland weiter unter EHEC-Verdacht. Derzeit sei kein Nachweis erbracht, ob es sich bei den Sprossen um die einzige wahrscheinliche Quelle handele, hieß es im Agrarministerium in Berlin.

Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) halten deshalb bis auf weiteres an der Warnung vor rohen Gurken, Tomaten und Salat insbesondere in Norddeutschland fest.

Ein Bio-Betrieb in Bienenbüttel bei Uelzen wird als Verteiler der tödliche Keime vermutet.

Hans Gert Hahne, Sprecher des Agrarministeriums Niedersachsen:

“Der arbeitet anständig, das ist ein normaler mittelständischer Betrieb, der wird auch nichts dafür können. Aber er hat nun einmal das Pech, dass er vermutlich der Verteiler ist, und entsprechend wird jetzt der ganze Betriebsablauf natürlich auf den Kopf gestellt.”

Von hier aus wurden – meist über Zwischenhändler 18 verschiedene Sprossenmischungen an Restaurants, Kantinen und Großmärkte beliefert.

Aber auch hier gebe es noch keinen Nachweis, dass tatsächlich die Sprossen des Hofes in Niedersachsen die EHEC-Quelle seien, so das Agrarministerium.

Mit Spannung wird jetzt die Analyse einer 100-Gramm-Packung der Mischung „Milde Sprossen“ aus dem Bio-Betrieb in Bienenbüttel bei Uelzen erwartet. Der 42-jährige Hamburger Andreas R., selbst an EHEC erkrankt, hatte die Packung in seinem Kühlschrank vergessen. Sie trägt das Ablaufdatum 23.April.

Im Lauf des Tages wollen sich die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner und das niedersächsische Verbraucherministerium zu den laufenden Analysen äußern.

Seit dem Ausbruch der EHEC-Seuche sind 22 Menschen an dem aggressiven Darmkeim gestorben.

Spanische Bauern verlören bis zu 200 Millionen Euro pro Woche, so ihr Verband. Deutsche Behörden hatten hatten zunächst vor spanischen Gurken als Infektionsquelle gewarnt – zu Unrecht, wie man jetzt weiß.