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Sieger eigentlich Verlierer? "Saudade" in Portugal

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Sieger eigentlich Verlierer? "Saudade" in Portugal

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Nach den nächtlichen Straßenfeiern über den Sieg der Sozialdemokratischen Partei und die Schlappe für Sócrates ist in Lissabon wieder der Alltag eingekehrt – und der sieht alles andere als rosig aus. Vorrang haben derzeit die Sparzwänge.

“Ich habe es gerade in der Zeitung gelesen, ich denke, das ist es, was wir uns alle erhofft haben. Egal wer gewonnen hat, die Einigung mit der Troika hat es schon gegeben und die wichtigsten Maßnahmen sind schon beschlossen”, meint eine junge Passantin.

Viele Portugiesen denken ähnlich – der Sieger ist eigentlich der Verlierer. Denn er hat die Auflagen von EU, EZB und dem Internationalen Währungsfonds zu erfüllen.

“Ich hoffe für die künftige Regierung, dass sie eine breitere Mehrheit der Parteien, die die Einigung mit der Troika unterschrieben haben, hinter sich hat. Denn das größte Problem Portugals ist die Arbeitslosigkeit”, meint ein anderer Passant.

Der Eindruck unseres Reporters: “Hier in Lissabon herrscht unter den Leuten das, was man “Saudade” nennt, so etwas wie Weltschmerz, eine Mischung aus Nostalgie und Resignation über ein Portugal, dass von seinen Schulden erdrückt wird und finanziell vor dem Abgrund steht. Nur wenige denken, dass das Land aus dieser Lage herauskommt.”