Eilmeldung

Eilmeldung

Ehec-Krimi: Viele Verdächtige, kein Täter

Sie lesen gerade:

Ehec-Krimi: Viele Verdächtige, kein Täter

Schriftgrösse Aa Aa

Seit Anfang Mai hält die Ehec-Krise Europa in Atem. Die Krankenhäuser vor allem in Norddeutschland stoßen wegen der großen Patientenzahl an ihre Grenzen, sowohl personell als auch finanziell, aber ein Ende der Epidemie scheint nicht in Sicht. Und auch die Suche nach der Quelle wird zur Herkulesaufgabe. Zunächst machte das Robert-Koch-Institut in Berlin drei Verdächtige aus. “Bei diesem stärksten Ehec-Ausbruch in Deutschland stehen drei Lebensmittel im Verdacht”, sagte der Leiter Reinhard Burger: “Rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalat.”

Längst hat die Krankheit die Grenzen Deutschlands überschritten. Immer neue Fälle werden registriert und jeder dritte Ehec-Patient leidet am hämolytisch-urämischen Syndrom, das im Extremfall zum Tod durch Nierenversagen führen kann. Für Europas Bauern hat die Epidemie fatale Auswirkungen: Der Gemüsekonsum brach dramatisch ein, und auch wenn mittlerweile klar ist, dass spanische Gurken nicht die Quelle sind – der Schaden ist bereits angerichtet. Forscher konnten bislang zumindest das Genom des Erregers entschlüsseln und entdeckten einen ganz neuen Ehec-Typus. “Wir haben feststellen können, dass es sich tatsächlich um eine neue, bisher noch nicht beschriebene Variante des Erregers handelt”, so Holger Rohde von der Universität Hamburg, “und wir werden zukünftig hieraus verschiedene Rückschlüsse ziehen können.”

Der vorerst letzte Verdächtige im Ehec-Krimi sind Sprossen. Aber eine Probe von einem mittlerweile gesperrten Hof wies keinerlei Ehec-Keime auf, möglicherweise verläuft auch diese Spur im Sand. Ratlose Forscher, verunsicherte Verbraucher, und in Verruf geratenes Gemüse… Zum Glück gibt es wenigstens eine gute Nachricht: In Hamburg geht die Zahl die Neuerkrankungen leicht zurück.