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Russland: Afrikanische Union soll in Libyen vermitteln

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Russland: Afrikanische Union soll in Libyen vermitteln

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Die libysche Hauptstadt Tripolis ist von mehreren Explosionen erschüttert worden. Nach offiziellen Quellen wurden Einrichtungen der Revolutionsgarde getroffen, laut Anwohnern auch das Viertel, in dem Machthaber Muammar al-Gaddafi seinen Wohnsitz hat.

Nach Nato-Angaben wurde eine Kommandozentrale des Geheimdienstes zerstört.

Das Militärbündnis dementierte Berichte, Kampfflieger hätten das staatliche Radio Libyens bombardiert.

Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Eine militärische Entscheidung des Konflikts zwischen Gaddafi-treuen und Aufständischen ist im vierten Monat der Kämpfe nicht in Sicht.

Die Nato setzt seit Anfang der Woche auch Kampfhubschrauber ein und stellt sich ein auf weitere drei Monate der Luftangriffe gegen vom Gaddafi-Regime kontrollierte Militäranlagen und Städte.

Von den Staaten des Bündnisses forderte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mehr militärischen Einsatz. Deutschland nimmt daran nicht teil.

Nach Einschätzung Russlands geht der Nato-Einsatz über den Rahmen der UN-Resolution zum Schutz der Zivilbevölkerung hinaus. Der als Vermittler entsandte Michail Margelow teilte in der Oppositionshochburg Bengasi auch in der anderen Richtung aus.

Michail Margelow:

“Wir sind ehrlich überzeugt, dass Gaddafi seine Legitimität verloren hat – mit der ersten Kugel, die auf das libysche Volk abgefeuert wurde.”

Moskau wolle aber keinesfalls eine führende Vermittlerrolle, so der russische Außenminister Sergej Lawrow. Das sei eher die Aufgabe der Afrikanischen Union. Und kritisierte: Der Hubschraubereinsatz der NATO könne auch als Vorstufe von Bodenoperationen verstanden werden.

Menschenrechtsorganisationen sprechen von tausenden Toten in Libyen.