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Saure Gurken-Produzenten

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Saure Gurken-Produzenten

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Aufessen ist auch keine Lösung. Jacob Soegaard Nielsen, ein dänischer Gurkenproduzent, sitzt auf Bergen makelloser grüner Gurken – allein in Dänemark werden jedes Jahr 19 000 Tonnen geerntet. Nach dem Ehec-Alarm sind sie so gut wie unverkäuflich.

Jacob Soegaard Nielsen:

“Es ist empörend. Wir werden zu Geiseln gemacht und können überhaupt nichts dagegen tun. Wir sind zum Zuschauen verdammt und sehen nur eines: Wir bleiben auf unseren Gurken sitzen. “

Rumänien ist mit rund 180 000 Tonnen Gurken pro Jahr dabei. Die meisten gehen nach Deutschland und die Tschechische Republik.

Petre Scorovel,Technischer Direktor eines Betriebes in Bukarest:

“Jeden Tag ernten wir zwischen 200 und 300 Tonnen Gurken und bringen sie hierher. Unser Verkauf ist bei Null, wir exportieren nichts mehr. Tag für Tag verlieren wir 100.000 Euro.”

In Spanien schließlich ist der Gemüsemarkt zusammengebrochen. Der jährlich produzierte Gurkenberg ist 700 000 Tonnen schwer, auch anderes Rohgemüse hat beim Verbraucher keine Chance.

Ein Kunde auf einem Gemüsemarkt in Valencia:

“Der unverkäufliche Überschuss ist riesig, es wird nicht genug verkauft, viel muss weggeworfen werden. Wirklich viel. Schlimmer als je zuvor.”

Nach Ausbruch der lebensgefährlichen EHEC-Seuche in Norddeutschland war der erste Verdacht auf Gurken gefallen. Eine Entwarnung der EU-Kommission blieb bisher wirkungslos.