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Sex, Politics and Videos

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Kurz vor den Parlamentswahlen am 12. Juni wird die türkische Politik erneut durch einen Sex-Skandal erschüttert. Diesmal bei der ultranationalistischen MHP. Die ideologisch rechtsaußen zu verortende Partei von Devlet Bahceli droht wegen des Skandals den Einzug ins Parlament zu verpassen. Zehn von 15 Parteivorsitzende traten letzte Woche zurück.

Sie wurden ohne ihr Wissen beim Fremdgehen gefilmt. Die Videos wurden dann im Internet auf einer populären Website veröffentlicht. Keine neue Sache, das Ganze, eigentlich in der Türkei. In Ankara hat die Geschichte aber eine Art Paranoia ausgelöst, wer der nächste von “Big-Brother” denunzierte Politiker sein könnte.

Reaktionen des MHP-Kandidaten, Umit Ozdag:

“Leider sind diese Vorgänge eine große Gefahr für die politische Stabilität der Türkei. Unsere Partei muss bei den Wahlen unbedingt die 10-Prozent-Hürde erreichen. Die Skandale könnten uns aber daran scheitern lassen.”

Sollte es der Partei nicht gelingen, die 10-Prozent-Hürde zu überspringen, würde sie nicht wieder ins Parlament einziehen können. Profitieren würde davon hauptsächlich die AKP von Ministerpräsident Erdogan.

Einige politische Beobachter sind der Ansicht, die Ulrtanationalisten stünden der Regierung einfach im Weg – deshalb wolle man sie beseitigen.

Mahir Kaynak, früherer türkischer Geheimdienstchef:

“Neue Positionen der Türkei heute sind zum Beispiel die Anerkennung der Kurden, Multikuturalismus und ein gewisser Respekt vor den Nachbarstaaten – Alles Positionen, die von den Ultranationalisten nicht geteilt werden. Nun scheint es eben Personen zu geben, die die MHP zu mehr politischen Zugeständnissen erpressen wollen.”

Offenbar versuchen also einige Drahtzieher im Hintergrund, die Politik der Türkei auf die schmutzige Art und Weise zu beeinflussen. Ob die Rechnung dieser Leute aufgeht, werden wir am Wahltag sehen.