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"Leben oder Schreiben": Jorge Semprún ist tot

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"Leben oder Schreiben": Jorge Semprún ist tot

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Der spanische Schriftsteller Jorge Semprún ist am Dienstag im Alter von 87 Jahren in Paris gestorben. Semprúns fast ausschließlich auf Französisch verfasste Werke wandten sich gegen Diktatur und Totalitarismus. 1939 flüchtete er vor dem Franco-Regime nach Frankreich, später schloss er sich der Résistance an. Nach seiner Verhaftung durch die Gestapo wurde er ins KZ Buchenwald eingeliefert.

Semprún stammte aus einer angesehenen Madrider Familie. Sein Großvater war spanischer Ministerpräsident, ein Onkel Innenminister. Er trat im zweiten Weltkrieg in die Kommunistische Partei ein, aus der er 1964 wegen „parteischädigenden Verhaltens“ ausgeschlossen wurde. Als Parteiloser war er Ende der 80er Jahre Kultusminister in der Regierung des Sozialisten Felipe González.

Semprún wurde 1994 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 2006 wurde ihm der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur verliehen. Für das Drehbuch für den Politthriller Z (1968) erhielt er einen Oskar. Zu seinen bekanntesten Werken gehören “Schreiben oder Leben” (1964), “Die große Reise” (1963) und “Was für ein schöner Sonntag” (1980).