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Religiöse Minderheiten in der Türkei

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Religiöse Minderheiten in der Türkei

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Die Türkei wählt am Sonntag ein neues Parlament. Dies soll über eine neue Verfassung abstimmen, um jene aus der Militärdiktatur von 1982 zu ersetzen.

Von 74 Millionen Türken sind aktuell 94% muslimisch. 250.000 jedoch sind Christen, 20.000 jüdischen Glaubens. Die religiösen Minderheiten erhoffen sich nun von einer neuen Verfassung vor allem die volle Anerkennung ihrer Bürgerrechte und die Rückübertragung ihres Immibilienbesitzes.

Rober Koptas leitet die armenische Wochenzeitung Agos. Er ersetzt, den im Januar 2007 ermordeten, Hrant Dink:“Auf den ersten Blick könnte man sagen, hat es einige Fortschritte gegeben, weil die Regierung erstmals von der Gleichheit aller Bürger spricht, einschließlich der nicht-muslimischen Türken. Auch scheint man bereit zu sein, aus den Fehlern der Vergangenheit Lehren zu ziehen. Hier gab es erste Schritte in die richtige Richtung, so wurde z.B. das Stiftungsgesetz geändert. Andere Probleme existieren aber nach wie vor.

Ähnlich äußert sich Silvio Ovadya von der jüdischen Glaubensgemeinschaft:“Mit dem neuen Stiftungsgesetz haben auch die Stiftungen der religiösen Minderheiten neue Rechte erworben. Wir konnten zum ersten Mal seit 50-60 Jahren wieder eine neue Synagoge einweihen.

Die griechisch-orthodoxe Gemeinde der Türkei umfasst nur noch rund 3000 Mitglieder. Für sie geht es in erster Linie um die Wiedereröffnung des Seminars von Halki, um den eigenen Fortbestand zu gewähren. Dies ist sogar Bestandteil der EU-Beitrittsverhandlungen zwischen Ankara und Brüssel.

Bora Bayraktar, Euronews:

“Die Minderheitenfrage spielt nach wie vor eine Schlüsselrolle in den EU-Beitrittsverhandlungen. Die Türkei hat hier in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Die Wiedereröffnung des griechisch-orthodoxen Seminars steht zwar noch aus, doch signalisierte Ankara auch hier Bereitschaft zu einer Lösung.”