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Trauer um Jorge Semprún


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Trauer um Jorge Semprún

Der Tod von Jorge Semprún hat in ganz Europa für Betroffenheit gesorgt – vor allem natürlich in Spanien. Dort trauert Ex-Ministerpräsident Felipe Gonzales um den Schriftsteller und um den ehemaligen Kulturminister. “Ich habe ihn aus Paris zurückgeholt, damit er das Ministeramt übernehmen konnte”, erinnert er sich. “Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber er hat mir später gesagt, dass das eine der besten Zeiten seines Lebens war, nicht nur, weil er nach Spanien zurückgekehrt ist, sondern weil er ein Mitglied der Regierung sein konnte, der ich damals vorstand. Er war ein Sozialdemokrat und ein Liberaler. Diese Qualitäten sind heute nicht populär, wenn man darüber spricht oder schreibt, aber sie sind für eine selbstreflexive Entwicklung sehr wertvoll. Semprún war in der Lage, die verschiedenen Herausforderungen der Realität zu verstehen und er war zweifellos ein hervorragender Kulturminister.”

Aber auch in der Filmbranche bleibt Semprun unvergessen. Schließlich schrieb er nicht nur Romane, sondern auch Drehbücher, etwa für die Filme “Z” und “Das Geständnis” des Regisseurs Constantin Costa-Gavras, der an Semprún als an einen ganz besonderen Menschen zurückdenkt: “Er war ein großer Mann mit einer außerordentlichen politischen und intellektuellen Rechtschaffenheit. Ich denke, er ist der einzige Mensch, den ich in meinem Leben getroffen habe, der politisch so eindeutig und so aufrichtig war.”

Das letzte Werk, das Jorge Semprún veröffentlichte, trägt den Titel “Ein Grab in den Wolken – Essays über das Europa von gestern und heute”.

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