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Brasilien läßt verurteilten Battisti frei - Italien empört

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Brasilien läßt verurteilten Battisti frei - Italien empört

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“Battisti ist ein Mörder”, haben italienische Europaabgeordnete auf Protesdtplakate geschrieben.
 
Im Europaparlament hat die Freilassung des in Italien zu lebenslanger Haft verurteilten früheren Linksextremisten Cesare Battisti Empörung ausgelöst.
 
Battisti soll als Gründungsmitglied der Gruppe “Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus” Ende der 1970er Jahre an vier Morden in Italien beteiligt gewesen sein. Seit März 2007 war er in Brasilien in Haft.
 
Brasiliens früherer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte an seinem letzten Amtstag Ende 2010 abgelehnt, Battisti nach Italien überstellen zu lassen. Zu recht, so der oberste Gerichtshof jetzt in Brasilia.
 
Keiner dürfe die Jahre des militanten Terrors in Italien romantisieren, hatte Italiens Präsident Giorgio Napolitano protestiert, das Land brauche Gerechtigkeit.
 
Vertreter der Hinterbliebenen fordern jetzt einen Boykott der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern sollten sofort abgebrochen werden.
 
 
Maurizio Campagna, Bruder des Terror-Opfers Andrea Campagna:
 
“Mein Bruder wurde dreimal umgebracht  Das erste Mal am 19. April 1979 von Cesare Battisti, das zweite Mal, weil die Instanzen die Terroristen-Opfer zwanzig Jahre lang vergessen haben. Und das dritte Mal heute.”
  
 
Italien will beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag Einspruch gegen den Entscheid einlegen.
 
Battisti wolle nun ein dauerhaftes Visum beantragen, so sein Anwalt. Er wolle in Brasilien bleiben.