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Brüssel will strengere Regeln für Rating-Agenturen

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Brüssel will strengere Regeln für Rating-Agenturen

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Das Europäische Parlament will strengere Regeln für Rating-Agenturen. Auch forderten die Abgeordneten die EU-Kommission in einer nicht-bindenden Entschließung auf, eine Europäische Rating-Stiftung zu schaffen. Zu den größten Agenturen gehörden Standard and Poor’s, Moody’s und Fitch. “Drei Rating-Agenturen dominieren 95 Prozent des Marktes und haben de facto ein Monopol”, so der deutsche Abgeordnete Wolf Klinz von der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa. “Bei Verkäufen beispielsweise können sie eine Rentabilität von vierzig Prozent erreichen. Daraus geht klar hervor, dass hier Wettbewerbsmangel vorliegt.” Viele EU-Mitgliedsstaaten kritisieren, dass die drei größten Agenturen die Kreditwürdigkeit Griechenlands und Spaniens herabstuften, selbst nachdem diese Sparprogramme eingeführt hatten. “Wir denken, man sollte die drei dafür verantwortlich machen können, was sie tun und veröffentlichen. Ich bin für die Einführung eines Haftungsrahmens”, fügt Klinz hinzu. In einigen Wochen will die EU-Kommission Gesetzesvorschläge vorlegen, um Rating-Agenturen besser prüfen zu können. Im Finanzsektor gehören diese zu den mächtigsten Privat-Unternehmen der Welt. Indem sie die Kreditwürdigkeit von Ländern hoch- oder herunterstufen, beeinflussen sie massiv die Kreditkosten. Das Thema Rating steht seit der Schuldenkrise in Europa erneut im Vordergrund.