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Cameron - Gardinenpredigt vom Erzbischof

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Cameron - Gardinenpredigt vom Erzbischof

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Der höchste Würdenträger der anglikanischen Kirche hat öffentlich harte Kritik geübt an der britischen Regierung. „Mit bemerkenswerter Geschwindigkeit entwirft sie eine radikale langfristige Politik, für die sie niemand gewählt hat,“ schreibt Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury, in einem Zeitschriftenaufsatz.

Er verstehe, dass vielen Briten nicht mehr ganz klar sei, „was Demokratie in so einem Zusammenhang noch bedeuten kann“.

Mit ihrem Sparprogramm versuche sie außerdem, staatliche Ausgaben um ein Fünftel zu verringern. „Die Regierung sollte dringend mal hören, wieviele Ängste all das bei den Menschen im Moment auslöst“, schreibt der anglikanische Primas.

Zuvor hatte Williams die Tötung von Al Kaida-Chef Osama Bin Laden durch ein US-Kommando kritisiert.

Premierminister David Cameron verteidigt sich.

“Ich finde, der Erzbischof von Canterbury sollte völlig frei sein, seine politischen Ansichten zu äußern. Ich habe nie gesagt, die Kirche sollte sich aus der Politik raushalten. Aber ich widerspreche doch fundamental vielen Ansichten, die er da äußert, besonders zu Themen wie Verschuldung Sozialstaat und Bildung.”

Die seit Mai 2010 regierende Koalition von Konservativen und Liberalen will Gesundheits- und Schulwesen durchgreifend reformieren.

Zuletzt hatte Premierministerin Margaret Thatcher vor einem Vierteljahrhundert von Williams’ Vor-Vorgänger Robert Runcie eine solche Gardinenpredigt bekommen.