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Deutschland diskutiert Atomausstieg, die Schweiz beschließt ihn

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Deutschland diskutiert Atomausstieg, die Schweiz beschließt ihn

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Deutschland wird zusehends zu einer Anti-Atom-Nation – und das betrifft nicht nur die Demonstranten, die sich immer wieder vor dem Bundeskanzleramt in Berlin versammeln. Auch Kanzlerin Angela Merkel wendet sich von der Nuklearenergie ab, obwohl die Opposition ihr im Bundestag Unaufrichtigkeit in dieser Frage vorwarf. Ungewohnt klar formulierte Merkel ihren diesbezüglichen Standpunkt: “So sehr ich mich im Herbst letzten Jahres im Rahmen unseres umfassenden Energiekonzepts auch für die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke eingesetzt habe, so unmissverständlich stelle ich heute vor diesem Haus fest: Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert.”

Während der deutsche Bundestag noch länger beraten wird, hat die Schweiz diese Hürde bereits genommen. Allerdings lässt sie sich mit dem Atomausstieg Zeit: Erst im Jahr 2034 soll der letzte Atommeiler vom Netz gehen. Der Nationalrat nahm die entsprechenden parlamentarischen Vorgaben mit großer Mehrheit an. Im Herbst wird sich die zweite Kammer, der Ständerat, mit der Frage befassen.

Auch in der Schweiz haben die Atomgegner Hochkonjunktur. Aber Europa ist gespalten. Länder wie Frankreich oder Tschechien denken gar nicht daran, auf Kernenergie zu verzichten, und Polen will sogar neu in die Atomkraft einsteigen.