Eilmeldung

Eilmeldung

Menschenrechtsverletzungen: Libyen weist Anschuldigungen zurück

Sie lesen gerade:

Menschenrechtsverletzungen: Libyen weist Anschuldigungen zurück

Schriftgrösse Aa Aa

Die Gerüchte über Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi scheinen sich zu bestätigen: Er soll seine Soldaten zu Massenvergewaltigungen angestiftet und ihnen Potenzmittel verabreicht haben, sagte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo: “Es handelt sich um Viagra-ähnliche Medikamente und damit wird die Politik dahinter deutlich. Das Regime hat Container dieser Mittel eingekauft, damit die Soldaten mehr Frauen vergewaltigen können.”

Bereits vor Monaten sorgte der Fall der Libyerin Iman al-Obeidi aus der Rebellenhochburg Bengasi für Aufsehen. Al-Obeidi hatte vor ausländischen Journalisten erzählt, sie sei von 15 Gaddafi-Soldaten vergewaltigt worden. Die Geheimpolizei hatte sie daraufhin festgenommen, mittlerweile konnte sie Libyen jedoch mit Unterstützung des UN-Flüchtlingshilfswerks verlassen.

Vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf wies der libysche Diplomat Mustafa Shaban die Vorwürfe zurück und beschuldigte seinerseits die Rebellen, Menschen grausam zu ermorden und sogar Kannibalismus zu betreiben. Der Experte der UN, Cherif Bassioun, blieb moderat. Die Vorstellung von bezahlten Söldnern, die auf Bestellung Frauen vergewaltigten, habe große Auswirkungen auf die Menschen, sagte er, und die libysche Gesellschaft sei ohnehin bereits traumatisiert. Die UN-Expertenkommission kommt zu dem Schluss, dass die meisten Kriegsverbrechen in Libyen von Gaddafis Truppen begangen wurden – und dass es schon vor den derzeitigen Kämpfen immer wieder Menschenrechtsverletzungen des Regimes gegeben habe.