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Türkischer Wirtschaft droht Überhitzung

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Türkischer Wirtschaft droht Überhitzung

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Der Wahlsieg an diesem Sonntag scheint für den türkischen Ministerpräsidenten Racep Tayyip Erdogan sicher zu sein. Die Wirtschaft boomt am Bosporus, Experten sprechen sogar von einer Überhitzug, nach der Wahl werde die Regierung wohl auf die Bremse steigen. Konsumentenkredite sind leicht zu haben, die Bevölkerung kauft auf Pump. Die Staatsverschuldung in der Türkei beträgt weniger als 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Die Wachstumsrate liegt bei 6,5 Prozent, die Inflation beträgt 5,7 Prozent, die Arbeitslosenquote ist höher als 10 Prozent. Die Türkei ist im Ranking der Volkswirtschaften von Platz 25 auf Platz 16 aufgestiegen und hat die drittschnellste Wachstumsrate der G-20-Länder. “Aus der Sicht ausländischer Investoren war die Wirtschaftspolitik der regierenden AKP erfolgreich”, sagt Yakin Cebeci von JP Morgan Istanbul. “Die Gründe dafür sind der Strukturwandel und eine strikte Finanzpolitik. Es gibt natürlich Risiken, etwa den starken Anstieg beim Kontokorrent oder die Politik der Notenbank in letzter Zeit. Dennoch: lang- und mittelfristig ist die türkische Wirtschaft positiv zu bewerten.” Analysten warnen aber angesichts des Leistungsbilanzdefizits, das in diesem Jahr bei 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen dürfte, und des rasanten Anstiegs der Verbraucherkredite vor einer Überhitzung der türkischen Wirtschaft. Ratingagenturen denken deshalb schon laut darüber nach, schlechtere Noten für die Türkei zu vergeben.