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Berüchtigter russischer Ex-Tschetschenien-Offizier ermordet

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Berüchtigter russischer Ex-Tschetschenien-Offizier ermordet

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Auf offener Straße ist in Moskau ein ehemaliger hoher Offizier aus dem Tschetschenienkrieg ermordet worden. Juri Budanow war der erste russische Offizier, der wegen eines Verbrechens in der Kaukasusrepublik verurteilt wurde. Viel mehr wurden es auch später nicht.

Budanow hatte im Jahr 2000 eine junge Tschetschenin misshandelt und getötet. Dafür wurde er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Anfang 2009 kam Budanow aber vorzeitig wieder frei, zum Unmut von Menschenrechtlern. Manche Russen dagegen sahen ihn als Helden: Ihnen war seine Verurteilung ein Dorn im Auge.

Der Tod der achtzehnjährigen Frau hatte noch ein weiteres Nachspiel: Kurz nach Budanows Haftentlassung wurde der Rechtsvertreter ihrer Familie ermordet – Stanislaw Markelow, ein bekannter Menschenrechtsanwalt. Er hatte gegen die Freilassung geklagt. Budanow bestritt damals jeden Zusammenhang. Später wurden zwei Täter verurteilt.

Wer oder was jetzt hinter dem Mord an Budanow steckt, ist unbekannt. Die Ermittler schließen eine Tat aus Rache ebenso wenig aus wie einen Versuch, ethnische oder nationalistische Unruhen anzufachen.