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Erstmals EHEC-Erreger auf Sprossen nachgewiesen

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Erstmals EHEC-Erreger auf Sprossen nachgewiesen

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Der gefährliche EHEC-Erreger hat sich von Sprossen aus verbreitet: Da sind sich die deutschen Behörden inzwischen sicher. Und zum ersten Mal sind die Bakterien jetzt auch tatsächlich auf Sprossen gefunden worden: Bisher fehlte dieser Nachweis im Labor.

Sprossen sind damit weiter tabu. Tomaten, Gurken und Blattsalate können dagegen wieder gegessen werden – aber zu spät für viele Bauern: Auf der Mönckebergstraße, Hamburgs Einkaufsmeile, verschenken sie aus Protest ihr Gemüse. Gurken, Salat und anderes Gemüse – alles hatten sie in der Nacht in die Innenstadt gebracht.

Auch vor dem jetzigen Nachweis der EHEC-Bakterien auf Sprossen waren die Behörden erleichtert. Schon auf Grund von Vertriebs- und Transportwegen hatten sie sich auf Sprossen als Auslöser festgelegt; Sprossen von einem Hof im niedersächsischen Bienenbüttel bei Uelzen. Von dort stammen auch die Sprossen, auf denen jetzt in Nordrhein-Westfalen die Bakterien gefunden wurden.

“Wir sind ein Stück weit erleichtert”, sagt Agrar- und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, “dass wir hier neuere Erkenntnisse jetzt bekommen haben und dass die wissenschaftlichen Institute dieses auch so bewertet haben und hoffen vor allem natürlich auch, dass sich die weiteren Krankheitsfälle halt auch positiv entwickeln.”

An dem EHEC-Erreger sind bisher mehr als dreißig Menschen gestorben, vor allem in Norddeutschland. Die Ausbreitung hat sich aber inzwischen abgeschwächt.

Dass die Bakterien von Sprossen stammen, erklärt für sich genommen allerdings nicht viel: Denn wie sie überhaupt dorthin gelangt sind, ist weiter unbekannt – und wird möglicherweise auch nie mehr geklärt werden.