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Italiener vor der Entscheidung über Kernkraft

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Italiener vor der Entscheidung über Kernkraft

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Ein Ausstieg aus der Kernkraft: Das ist für viele Italiener wohl das wichtigste der Themen, die ihnen am Sonntag und Montag zur Volksabstimmung vorgelegt werden.

Italien war schon einmal ausgestiegen, nach der Katastrophe von Tschernobyl: Die Regierung von Silvio Berlusconi sieht in der Kernkraft aber die Zukunft. Das Referendum wollte er bis zum Schluss verhindern. Ihm könnte eine ähnliche Schlappe drohen wie neulich bei den Kommunalwahlen.

Auch über die Privatisierung von Wasserversorgern können die Italiener abstimmen; dazu über ein Gesetz, das Berlusconi (und Ministern allgemein) vor Gericht sehr zustatten kommt.

Das alles ist in Italien umstritten: Priester und Nonnen haben zum Beispiel gegen das Geschäft mit dem Wasser demonstriert. “Für uns Gläubige ist Wasser die Mutter”, sagt ein Geistlicher hier; “es ist die Quelle allen Lebens auf diesem Planeten.”

Damit eine Volksabstimmung gültig wird, muss mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten auch abstimmen: Kein leichtes Unterfangen, aber mit der besonders umstrittenen Kernkraft auf dem Stimmzettel möglich. Die Regierung wollte es aber so schwer wie möglich machen: Deshalb finden die Referenden erst jetzt statt, und nicht etwa schon neulich – zusammen mit den Kommunalwahlen.