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Lagarde Favoritin für IWF-Chefsessel

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Lagarde Favoritin für IWF-Chefsessel

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Die französische Finanzministerin Christine Lagarde ist Favoritin für die Nachfolge des zurückgetretenen Direktors des Internationalen Währungsfonds Dominique Strauss-Kahn. Ihr einzig ernstzunehmender Gegenkandidat ist Agusto Carstens, der Chef der mexikanischen Notenbank.

Er hatte in den vergangenen Jahren schon verschiedene IWF-Spitzenämter inne und warb für sich, dass er als Mexikaner Europas Schuldenmisere “mit frischem Blick” betrachten würde. Traditionell wird der IWF-Chefsessel von einem Europäer besetzt. Die Entscheidung soll bis zum 30. Juni fallen. Über die Personalie entscheidet der Exekutivrat durch eine Mehrheitswahl. In der IWF-Losung heisst es aber, Ziel sei eine Auswahl durch eine Konsensentscheidung. Die Analystin Sabina Dewan vom Center for American Progress sagte, es sei wichtig, dass der Chef des Internationalen Währungsfonds wegen seiner Qualifkation und nicht wegen seiner Nationalität gewählt werde. Derzeit gehe es wohl darum, dass jemand den Posten übernehme, der in der Lage sei ihn auszufüllen, der dazu bereit sei. Und dem entspreche Christine Lagarde wohl. Allerdings droht der 55-Jährigen in Frankreich ein Verfahren wegen möglichen Amtsmissbrauchs. Es geht um den Verkauf des deutschen Sportartikelherstellers Adidas durch den schillernden französischen Geschäftsmann Bernard Tapie Anfang der 90er Jahre. Lagarde wird des Amtsmissbrauchs verdächtigt, weil sie in einem Rechtsstreit mit Tapie 2008 einem Schiedsurteil zustimmte, das diesem eine Abfindung in Höhe von 285 Millionen Euro einbrachte. Über ein mögliches Ermittlungsverfahren soll im Juli entschieden werden.