Eilmeldung

Eilmeldung

Libyen: Massenvergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung?

Sie lesen gerade:

Libyen: Massenvergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung?

Schriftgrösse Aa Aa

Ihre Geschichte ging um die Welt: Die Libyerin Iman al-Obeidi klagte im März vor Journalisten Soldaten von Machthaber Muammar al-Gaddafi der Vergewaltigung an. Sie wurde von Polizisten weggeschleppt. Jetzt gibt es neue Vorwürfe: Die Gaddafitruppen sollen massenhaft Frauen vergewaltigt haben, als Teil der Kriegsführung des Regimes gegen die Rebellen. Davon geht der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, aus. Immer mehr Hinweise gebe es, die den Verdacht zu bestätigen scheinen.

Die Psychologin Seham Sergewa sagt: “Wir haben im Osten Libyens 259 Frauen gefunden, die sagen sie seien vergewaltigt worden. Ich habe mit 140 gesprochen. Natürlich gibt es auch Tote.”

Gaddafi selbst soll seinen Soldaten Potenzmittel gegeben haben, um mehr Vergewaltigungen zu ermöglichen. Das sagte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo. Gaddafi soll die Mittel gleich containerweise für die Soldaten angeschafft haben, so Moreno-Ocampo.

Der Sprecher der libyschen Regierung erwiderte: “Das ist derselbe alte Unsinn. Wir haben immer wieder dazu aufgerufen, alle Vorwürfe gegen uns zu untersuchen.”

Libyen beschuldigte seinerseits die Rebellen, Menschen grausam zu ermorden und sogar Kannibalismus zu betreiben. Moreno-Ocampo will Gaddafi vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anklagen.