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Hubschraubereinsatz gegen syrisches Volk international verurteilt

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Hubschraubereinsatz gegen syrisches Volk international verurteilt

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Syriens Armee schlägt die regimefeindlichen Proteste nun offenbar auch aus der Luft nieder. Amateurvideos und Augenzeugen berichten von Hubschrauberangriffen auf Demonstranten in der nordwestsyrischen Stadt Maarat al-Noumaan. Überprüfen lassen sich die Berichte nicht. Am Freitag hatten wieder tausende Menschen landesweit gegen Präsident al-Assad demonstriert.

Und wieder gab es dabei mehrere Dutzend Tote.

Besonders massiv geht die Armee Augenzeugen zufolge im Nordwesten vor. Syriens Führung hatte eine Militäroffensive in der Gegend von Dschisr al-Schogur angekündigt, nachdem dort Anfang der Woche mehr als hundert Sicherheitskräfte getötet worden waren. Während die Regierung Terroristen und bewaffnete Banden verantwortlich macht, argwöhnt die Opposition, dass Polizisten und Soldaten getötet wurden, weil sie nicht auf ihre Landsleute schießen wollten.

Mehr als 3.000 Menschen sind nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu aus Angst vor der Offensive in die nahe gelegene Türkei geflüchtet. Der türkische Ministerpräsident, bis vor kurzem der syrischen Führung noch freundlich gesinnt, ging weiter auf Distanz: Er habe Assad beim letzten Telefonat vorgeworfen, “nicht human” zu handeln. Die USA verurteilten die “abscheuliche Gewalt” und kündigten an, eine UN-Resolution gegen Syrien zu unterstützen. Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Portugal hatten einen entsprechenden Entwurf eingebracht. Doch im Weltsicherheitsrat streitet man darüber, am Freitag gab es keine Einigung. Russland droht mit Veto, und auch China, Indien, Brasilien, Südafrika und der Libanon äußerten sich ablehnend.